TROTZ HANDELSPOLITISCHER UNSICHERHEIT UND HERAUSFORDERUNGEN BEI ZÖLLEN: DEUTSCHE UNTERNEHMEN IN DEN USA BLICKEN POSITIV AUF 2026
- Umsatzentwicklung: 82 % der deutschen Unternehmen in den USA erwarten 2026 steigende Umsätze, nachdem 2025 64 % ein Umsatzwachstum verzeichneten und 23 % einen Umsatzrückgang meldeten.
- Herausforderungen: Politische Unsicherheit (46 %) sowie die finanziellen Auswirkungen von Zöllen (44 %) lösen den Fachkräftemangel als wichtigste Herausforderung für deutsche Unternehmen in den USA ab.
- Zölle: 86 % der Befragten berichten von negativen Auswirkungen der US-Zollpolitik, während 31 % positive Ef-fekte verzeichneten.
- Investitionen: 67 % planen, ihre US-Investitionen 2026 zu erhöhen. 56 % wollen in den nächsten drei Jahren mindestens 1 Million US-Dollar oder mehr investieren. Fachkräfteentwicklung und digitale Transformation zäh-len zu den wichtigsten Investitionsschwerpunkten.
- Künstliche Intelligenz: 57 % der Unternehmen haben bereits KI-Projekte in ihren Betrieben umgesetzt – mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr (28 %).
New Orleans, LA, 6. März 2026 – Die Deutsch-Amerikanischen Handelskammern (AHK USA) haben heute beim Ger-man American Executive Summit die Ergebnisse ihres jährlichen German American Business Outlook (GABO) 2026 vorgestellt. Die Umfrage unter 243 deutschen Unternehmen, die in den USA aktiv sind, bietet einen ersten Ein-blick in die Erwartungen der Firmen an die transatlantische wirtschaftliche Entwicklung der kommenden Jahre.
Unternehmen erwarten Erholung nach einem herausfordernden Jahr 2025
Nach einem herausfordernden Jahr 2025, geprägt von handelspolitischer Unsicherheit und Zöllen, erwarten deut-sche Unternehmen in den USA für 2026 Erholung. 82 % der befragten Unternehmen rechnen mit einem Umsatzan-stieg, nachdem im Vorjahr 64 % Umsatzwachstum erzielten und 23 % einen Umsatzrückgang verzeichneten.
Das dynamische Handelsumfeld führt zu ambivalenten Geschäftserwartungen: 24 % der befragten Unternehmen sagen ein sehr starkes Umsatzwachstum voraus, deutlich über den historischen Erwartungen. Gleichzeitig erwarten 10 % der Unternehmen für das kommende Jahr einen Umsatzrückgang, mehr als doppelt so viele Unternehmen wie in den Jahren zuvor.
Politische Unsicherheit und Zölle werden in den USA zu zentralen Herausforderungen
Nachdem in den vergangenen Jahren vor allem Probleme bei der Rekrutierung von Fachkräften für die befragten Unternehmen im Mittelpunkt standen, ist nun für 46 % der Befragten die politische Unsicherheit in den USA zur größ-ten Herausforderung geworden, gefolgt von den finanziellen Auswirkungen der Zölle (44 % der Befragten).
Fast ein Drittel der deutschen Unternehmen sieht zudem die administrative Belastung durch die Zölle als erhebliche Hürde.
Auf die Frage nach den Auswirkungen der US-Zollpolitik gaben 86 % der Befragten an, negativ betroffen zu sein. 31 % berichten demgegenüber von positiven Effekten. Dies ist u. a. darauf zurückzuführen, dass deutsche Unternehmen mit Produktionsstätten in den USA im Vergleich zu Mitbewerbern aus Drittländern häufig besser positioniert und teil-weise auch mit niedrigeren Zöllen konfrontiert sind.
Blick nach Deutschland – Bürokratie, Marktunsicherheit und schwächelnde Nachfrage bereiten die größten Sorgen
In Deutschland sehen die befragten Unternehmen vor allem drei zentrale Herausforderungen: zunehmende Bürokra-tie (50 %), wachsende Marktunsicherheit/Rezessionsgefahr (48 %) sowie eine sinkende Inlandsnachfrage (42 %).
Investitionspläne bleiben aufgrund der Größe des US-Marktes und seiner breiten Kundenbasis weiterhin stabil
Trotz bestehender Unsicherheit bleiben die Investitionsabsichten insgesamt robust, getragen von der Größe des US-Marktes und seiner breiten Kundenbasis.
67 % der Unternehmen planen in diesem Jahr steigende Investitionen in den USA. 56 % geben an, innerhalb der nächsten drei Jahre mindestens 1 Million US-Dollar oder mehr investieren zu wollen – ein Wert, der den historischen Durchschnitt widerspiegelt. Fachkräfteentwicklung bleibt der wichtigste Investitionsschwerpunkt deutscher Unter-nehmen in den USA, gefolgt von Investitionen in die digitale Transformation, einschließlich künstlicher Intelligenz.
Die USA bleiben ein Wachstumsmarkt und Unternehmen investieren entsprechend. Unsere Mitglieder begegnen der handelspolitischen Unsicherheit mit Pragmatismus, auch wenn sie sich mehr Planbarkeit und Entlastung bei Zöllen er-hoffen würden.“
– Matthias Amberg, Präsident der Deutsch-Amerikanischen Handelskammern
Arbeitskräfteentwicklung und digitale Transformation im Fokus
Doppelt so viele Unternehmen planen Investitionen in digitale Transformation wie im Vorjahr. 57 % der Unterneh-men geben an, bereits mindestens einen KI-Anwendungsbereich umgesetzt zu haben, was den Wert von 2025 (28 %) mehr als verdoppelt. Zu den häufigsten Einsatzbereichen von KI bei deutschen Unternehmen in den USA zählen Mar-keting & Vertrieb, gefolgt von Kundenservice und Cybersicherheit. Große Unternehmen gehören zu den Vorreitern bei der KI-Implementierung.
Über die Deutsch-Amerikanischen Handelskammern
Die Deutsch-Amerikanischen Handelskammern (AHK USA) verfügen über fünf Hauptbüros in Atlanta, Chicago, New York, San Francisco und Washington, D.C. sowie über Zweigstellen in Boston, Detroit und Houston.
Die AHKs betreuen ein umfangreiches Netzwerk von Mitgliedern und nationalen Partnern mit einer Vielzahl von Dienstleistungen für den US-Markteintritt, die Koordinierung von Ausbildungsprogrammen in den USA und Industrie-veranstaltungen für ihr deutsch-amerikanisches Geschäftsnetzwerk.
Über den German American Business Outlook
Der „German American Business Outlook“ (GABO) wird seit dem Jahr 2009 jährlich durchgeführt und ist eine Um-frage zu den deutsch-amerikanischen Geschäftsbeziehungen, die sich an deutsche Tochtergesellschaften in den USA richtet und die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen und Trends im transatlantischen Geschäft bewertet. Die diesjährige Umfrage wurde im Januar 2026 unter 243 Befragten aus deutschen Unternehmen, die auf dem US-Markt aktiv sind, durchgeführt.
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Simone Pohl
Director Marketing, Membership & Events AHK USA-Chicago
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